Paketverwaltung, auch ohne GUI
Grafische Paketverwaltung braucht kein Mensch, und erst recht kein ersthafter Admin, denn an Servern hängt i.d.R. kein Monitor…
Wie dann? Ab auf die Konsole und root geworden, bzw. vor jedes der folgenden Kommandos ein sudo gesetzt.
Die Grundlage jeder Paketverwaltung unter Debian und Ubuntu ist das Paketverwaltungswerkzeug dpkg. Dieses erledigt nur rudimentäre Aufgaben, zb. das installieren und entfernen von Paketen, oder das Auflisten aller installierten Pakete
dpkg -i britneyspears32.exe.deb #[1]
dpkg -r britneyspears #[2]
dpkg -l | less [3]
[1] installiert Britney auf dem Computer
[2] entfernt die alte Ziege wieder
[3] listet sämtliche installierte Pakete auf
Um nun aber auch Pakete automatisch herunterladen zu lassen, Abhängigkeiten aufzulösen und Updates vorzunehmen, sollte man aptitude zur Hand nehmen und sich kurz mal damit beschäftigen.
aptitude search apache2 #[4]
aptitude show apache2 #[5]
aptitude install apache2 #[6]
aptitude remove apache2 #[7]
aptitude purge apache2 #[8]
[4] würde sämtliche Pakete auflisten die den String apache2 im Namen oder der Paketbeschreibung haben
[5] zeigt Informationen zum Paket apache2 an, zb. Größe, Abhängigkeiten, Sinn und Zweck...
[6] installiert dann apache2 auch gleich
[7] entfernt den Webserver Apache, kümmert sich aber nicht um die config-Dateien
[8] entfernt den Webserver Apache, kümmert sich dabei auch um die config-Dateien => alles weg
Nun können wir schon Programme anzeigen lassen, suchen, installieren und entfernen, doch alles ist das noch nicht Wink
Die Server (bzw. Medien) die aptitude für Updates verwendet, werden in der Datei /etc/apt/source.list verwaltet. Diese kann auch mit den üblichen Editoren bearbeitet werden.
Sind hier Änderungen vorgenommen worden, oder es stehen Updates ins Haus, hilft ein
aptitude update
um sich die neuesten Paketlisten von den Servern zu besorgen.
Um das System auf den neuesten Stand zu bringen, werden nun einfach folgende Befehle abgesetzt.
aptitude upgrade
aptitude dist-upgrade
Das System ist anschließend aktualisiert, ein Neustart ist im Gegensatz zu Microsoft Windows nur nach einem Kernelupdate notwendig. Ja auch das kann Debian/Ubuntu, mann braucht sich um nix kümmern. Nur beim Update hingucken was installiert wird, oder ob es fehlerhaft aufgelöste Abhängigkeiten gibt. Letzteres ist gelegentlich der Fall, wenn mann seine sources.list mit fremden Servern zumüllt oder die jeweiligen Testingzweige der Distributionen nutzt.
Distributionsupgrade
Auf einer Rootkonsole einfach die /etc/apt/sources.list modifizieren. Hier gilt es den Codenamen des laufenden durch den des neue Releases zu ersetzen. Aktuell wäre das also 'dapper' durch 'edgy' zu substituieren. Das geht im Editor der Wahl, oder schneller mit 'sed'
sed 's/dapper/edgy/' /etc/apt/sources.list > /tmp/sources.list && mv /tmp/sources.list /etc/apt/sources.list
Nun die Schritte wie oben beschrieben durchführen, als da wären:
aptitude update
aptitude upgrade
aptitude dist-upgrade
Fertig
Soviel zu den Grundlagen der nichtgrafischen Paketverwaltung, später vielleicht mehr...